Was ist Intelligence
Definitionen
Der englische Begriff
„Intelligence“ kann mit dem deutschen Pendant
„Intelligenz“ kaum angemessen übersetzt
werden. „Intelligence“ lässt sich
allgemein besser umschreiben als Fähigkeit, sich in komplexen
Situationen (rasch) zurechtzufinden.
„Competitive
Intelligence” (CI) verfolgt als
notwendiger Teil einer modernen Unternehmensführung das Ziel,
in einer dynamischen Umgebung strategische Wettbewerbsvorteile zu
gewinnen bzw. zu sichern.
CI bezeichnet damit im Einzelnen den
maßgeschneiderten,
systematischen Prozess der legitimen (d.h. legalen und ethisch
einwandfreien) Sammlung, Bewertung und Kontextualisierung
bruchstückartiger Informationen über das Umfeld des
eigenen Unternehmens sowie deren Verdichtung und Transformation in
handlungsfähiges Wissen für nahezu alle
Unternehmensentscheidungen, insbesondere jedoch für die
strategische Planung (vgl. Society of Competitive Intelligence
Professionals, SCIP
).
Dabei gilt das Interesse nicht nur Konkurrenzunternehmen und –produkten, sondern etwa auch aktuellen Marktentwicklungen, benachbarten Branchen, neuen Patenten und Technologien sowie sich ändernden Rahmenbedingungen.
Um diesem umfassenden Aspekt Ausdruck zu
verleihen, sprechen wir (synonym) von Market Intelligence (MI).
Das gewonnene Wissen soll nicht nur dazu
dienen, Zukunft und strategische Optionen zu kennen. Vielmehr geht es
darum, diese pro-aktiv zu gestalten („Managing the
Future“). Man sagt auch: die Information wird durch den
Destillationsprozess „actionable“.
Abgrenzungen
Auch der Begriff Business Intelligence (BI) wird oft synonym verwendet, fokussiert aber vorrangig die Auswertung firmeninterner Daten. Im Folgenden wird ausschließlich der Terminus Market bzw. Competitive Intelligence bzw. MI/CI verwendet.
Des Weiteren wird MI/CI häufig mit Konkurrenz- bzw. Wettbewerbsforschung, -analyse, -beobachtung, oder -aufklärung gleichgesetzt. Mitbewerber sind aber nur ein (freilich oft zentrales) Objekt des gesamten Beobachtungsspektrums.
Vor allem zur traditionellen Marktforschung ergeben sich signifikante Unterschiede, denn letztere befasst sich im Gegensatz zu MI/CI primär (aber nicht ausschließlich) mit der projektweisen Informationsgewinnung im Hinblick auf Absatzmärkte und den Endkonsumenten.
Zunehmendes Interesse in Deutschland
Deutschland galt bis vor kurzem noch als Entwicklungsland in Sachen MI/CI. Die Funktionen „Competitive Intelligence“ bzw. „Market Intelligence“ waren in den Unternehmen längst noch nicht so gebräuchlich wie etwa im gesamten englischsprachigen Raum, in Frankreich oder Skandinavien.
Jedoch ist jüngst eine deutliche Zunahme des Interesses and MI/CI zu konstatieren (vgl. Studie "Market Intelligence in deutschen Großunternehmen" ).
Nicht zuletzt durch das Engagement des Deutsches Competitive Intelligence Forum (DCIF. www.dcif.de) als hiesige Anlaufstelle der SCIP hat MI/CI mittlerweile auch Eingang in die Curriculae von deutschen Hochschulen und Fort- und Weiterbildungsinstituten gefunden.

Mythen
Intelligence wird im deutschsprachigen Raum oft mit Industrie- oder Wirtschaftsspionage, Nachrichtendiensten und Geheimagententum in Verbindung gesetzt. Entsprechende „Mythen” werden leider durch schlecht recherchierte Medienberichte bisweilen gefördert.
Fakt ist, dass sämtliche SCIP-Professionals sich verpflichten, ausschließlich legale Methoden und ethisch einwandfreie Verhaltensweisen anzuwenden, wie sie im Code of Ethics dokumentiert sind (vgl. www.scip.org ).


